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Schlitzer Stadtwächter Hagen

Schlitzer Stadtwächter Hagen

Ranke Schlitzer Stadtwächter Hagen Ranke Schlitzer Stadtwächter Hagen

 

Nacht- & Tagwächter,
Tor- & Stadtwächter

Die Chronik der Schlitzer Nacht-, Tag-, Tor- und Stadtwächter ist noch unvolständig. Wer mir mit Informationen weiterhelfen kann, möge dies bitte tun, damit eine möglichst vollständige Chronik entstehen kann. Besten Dank schon einmal im vorraus.

 

1683
Torwächter OSWALD KRACHT zu Schlitz, Ehefrau Margaretha
Quelle: Findbuch, S. 431, Nr. 633/24

1713 - 1725
Nachtwächter JOHANNES FEICK
JOHANNES SIPPEL von Hutzdorf als Nachtwächter der Hallenburg
Quelle: Findbuch, S. 743, Nr. 957/2

1716
Torwächter ?? ROTH zu Schlitz, Sohn David
Quelle: Findbuch, S. 437, Nr. 638/11

1745
Stadtwachen
Quelle: Findbuch, S. 451, Nr. 647/4

1833 - 1857
Nachtwache für die Hallenburg
Quelle: Findbuch, S. 726, Nr. 983/5

1837 - 1847
Nachtwächter für den Hof Rechberg (?)
Quelle: Findbuch, S. 726, Nr. 983/6

1838
Nachtwächter JOHANNES STEINACKER zu Richthof
Quelle: Findbuch, S. 743, Nr. 957/3

?? - 1843
Nachtwächter JOHANN WAGNER
Quelle: Findbuch, S. 724, Nr. 980/9

1850 - 1881
Gräflichen Nachtwächter entdecken Frevel
Quelle: Findbuch, S. 314, Nr. 404/4

1857 - 1892
Gräflicher Nachtwächter ?? KAISER zu Schlitz
Quelle: Findbuch, S. 727, Nr. 987/2

1888 - 1890
Nachtwächter EMIL HÜHN
Quelle: Findbuch, S. 724, Nr. 980/5

1914 - 1934
Nachtwächter HEINRICH SCHMIDT
Quelle: Findbuch, S. 721, Nr. 975/15

1945
Nachtwächter FRANZ KNOPP (Burggüterverwaltung Schlitz)
Quelle: Findbuch, S. 731, Nr. 988/53

?? - bis ca. 1950

?? - bis ca. 1969

1972 - 2015
DIETER "MOSES" MOHR - Nachtwächter des Trachtenfestes

11.11.2009 - 2015
Nachtwächter HAGEN KÖCKERITZ

10.04.2010 gegen 20:30 Uhr
Nachtwächter HAGEN KÖCKEIRTZ entdeckt und meldet vom Hinterturm Feuer. Durch die frühzeitige Meldung konnte der Niederbrand eines Hauses vermieden werden.

seit 2014
HAGEN KÖCKERITZ - Nachtwächter des Runkelrübenfestes

seit 2015
HAGEN KÖCKERITZ - Nachtwächter des Trachtenfestes

seit 2016
Stadt- und Nachtwächter HAGEN KÖCKERITZ

31.01.2017 gegen 22:37 Uhr
Stadt- und Nachtwächter HAGEN KÖCKEIRTZ entdeckt an der Hinterburg ein offenes Tor und Lichterschein. Nach einer Kontrolle auf anwesende Personen wurde dieses ordnungsgemäß verschlossen und der Burgherr informiert. Möglicher Schaden bzw. das Eindringen von suspekten Peronen konnte so unterbunden werden.

18.03.2017 gegen 21:30 Uhr
Stadt- und Nachtwächter HAGEN KÖCKEIRTZ entdeckt am Pfarrhaus bei der evang. Stadtkirche zu Schlitz starke Rauchentwicklung sowie Brandgeruch und meldet dies dem Pfarrer, welcher dann den (kleinen) Brandherd unter Kontrolle brachte. So konnte schlimmeres vermieden werden.

22.04.2017
Der Nachwuchs-Stadt- und Nachtwächter DAVID KÖCKERITZ, Sohn des Stadt- und Nachtwächter HAGEN KÖCKERITZ, ist erstmalig nicht nur als Teilnehmer sodern als Lehrling auf einer Stadtwächtertour mit dabei und für die jugendlichen Teilnehmer der Tour eigenständig zuständig.

 

Quellen:
Findbuch, Akten Herrschaft Schlitz, Staatsarchiv Darmstadt,
Bestand F 23 A, 1974 - 2003, Stand 2006
Stadt- und Nachtwächter Hagen Köckeritz, Stand 2017

 

 

Amt des Türmers

Der letzte, der diese Funktion auf dem Kirchturm ausübte, war JOHANN GERORG HESS. Er trat im Jahr 1816 als Türmer und Musikus in den Dienst der Herrschaft von Schlitz und der Kirche.

Zu seinem Dienst und Aufgaben gehörte auch das "Abblasen der Stunden" vom Turm herab.

01.03.1857
Graf Carl von Schlitz beauftragt den damaligen Kapellmeister WILHELM REINHARDT das Choralblasen vom Kirchturm aus durchzuführen.

 

(Quelle: Pfarre Bouvain, Schlitzer Bote, 06.01.2017) u.a.

 


Über die Aufgaben und die soziale Stellung des Nachtwächters
von Rudolf Priemer, Grimma

Zu den bekannten und markanten Persönlichkeiten des Volkslebens in Stadt und Land während des 19. Jahrhunderts gehörte der Nachtwächter. Allerdings stand dessen Romantisierung immer oder fast immer im Gegensatz zu seinen Lebensumständen: Die Nachtwächter waren fast immer die Ärmsten - in den Dörfern meist
die Gemeindehirten und in den Städten oft Abdecker/Schinder.

Früher als in den Dörfern wurde die Arbeit der städtischen
Nachtwächter reglementiert, schrieb man ihnen vor, welche Runden
wann, wie und wie oft zu gehen waren und worauf die Nachtwächter
besonders zu achten hatten. Sie sollten möglichst als "eine
Respektsperson im Auftrage der Obrigkeit" erscheinen. Das konnten sie jedoch nur unvollkommen sein, da sie vom Sozialstatus her gesehen dazu gar nicht in der Lage waren; sie lebten am oder sogar unter dem Existenzminimum.

Die Versuchungen zu kleinen Übertritten wie Mundraub o.ä. waren allgegenwärtig, deshalb wurden nicht ohne Bedacht für verschiedene Wachvergehen sehr differenzierte Strafen angedroht, die aus gutem Grund ständig in Erinnerung gebracht wurden: Pfänden konnte man weder den Besitz eines Nachtwächters, noch dessen Vergütung. Ersterer war, wenn überhaupt, kaum vorhanden, letztere ohnehin derartig gering, daß nicht noch mehr davon abgezogen werden konnte, ohne den Nachtwächter sozial abfedern zu müssen, dies u.U. auf Kosten der Gemeinde. Mancher Nachtwächter mag da wegen einiger Pfennige Schweigegeld manches nicht gesehen haben...

Da sie als Bestätigung ihrer Wachsamkeit ständig auszurufen hatten, wußten sich die "Lichtscheuen" bei ihren nächtlichen Aktivitäten auf jeden Fall darauf einzustellen. Nachtwächter waren überall in Stadt und Land auch "feuermeldende Ortspolizisten", die mitunter noch besondere Aufgaben zu erfüllen hatten.

Dörfliche Nachtwächter hatten meist größere Reviere, weil sie auch noch die Feldflur mit zu bewachen hatten, wegen Wildschäden wie auch Felddiebstählen.

Während die Runden im kalten Winter schnell gelaufen wurden, waren sie in der Obstzeit sicher nicht allzu hastig. Der Nachtwächterdienst war einfach, solange es keine Kriegs- oder Krisensituationen gab; wenn nicht Räuberbanden oder Seuchen das Leben der Ortsbewohner verunsicherten und erschwerten. In solchen Fällen hatten die zu Frondienstleistungen Verpflichteten die Rittergüter zu bewachen und ggf. zu verteidigen.

Damit die Nachtwächter nicht schlafend die Nächte verbrachten, hatten sie in vielen Fällen die vollen, in den Städten auch oft die halben Stunden auszurufen. Damit standen sie immer unter der Kontrolle der Öffentlichkeit, konnten sich aber gegen Provokationen und Unterstellungen ebenso wenig wie gegen Schabernack und Bösartigkeit wehren.

Waren die Aufgabe auch in Stadt und Land sehr ähnlich, so waren die Dorfbewohner immer die ärmeren, auch den Kleinstädtern gegenüber.

Die Arbeit der Nachtwächter war meist eine Sache des Vertrauens, dafür wurden sie - wenn sie nicht sowieso Gemeindehirten waren - häufig dem Schulmeister (Lehrer) gleich von den besitzenden Bauern nicht als ihresgleichen betrachtet und eher mit Naturalien als mit Geld abgefunden. Auch der Lohnmodus schwankte oft zwischen vierteljährlicher und jährlicher Abrechnung.

Sozial gesehen waren sie immer "vertraglich gemietete Besitzlose" mit den Aufgaben, die Besitzenden und deren Besitz zu schützen. Die Tendenz war, ihnen zusätzliche Aufgaben aufzubürden, wogegen sie sich zur Wehr setzen mußten.

Äußerlich hat man den Nachtwächter oft "bewaffnet" - mit einer meist alten Stangenwaffe - Hellebarde, Spieß, Sponton ... Unerläßlich waren das Rufhorn, das sehr häufig ein Kuhhorn war und eine Sturmlaterne in der dunklen Jahreszeit.

Auch als um 1830 die preiswerten Stearinkerzen nach und nach in Gebrauch kamen, haben sich die Nachtwächter noch lange mit Rüböl- oder Talgfunzeln beholfen.

In den Dörfern verloren die Nachtwächter ihre Existenzberechtigung dadurch, daß nach der Ablösung aller feudalen Verpflichtungen und der Schaffung des privaten Eigentums jeder für seinen Besitz selbst verantwortlich wurde. Dadurch hörte die alte Dorfgemeinschaft der voll berechtigten Bauern auf zu existieren, Gemeindehirt und Nachtwächter wurden überflüssig. In den Städten übernahmen die Turner und Feuerwehrleute den Brandschutz.

Gegenüber der zuerst städtischen, danach oft landes-, schließlich reichsweit auf der Grundlage der Landes- und Reichsverfassung reglementierten Polizei konnten sich die von der Bürgergemeinde bis Mitte des 19. Jahrhunderts bestellten Nachtwächter nicht behaupten.

Aus ihnen wurden romantisch bis liebevoll verklärte Figuren der sogenannten "guten alten Zeit". Dazu paßt eines der häufig zu lesenden Zitate: "...vun elfen bis frieh um viere hierte mer'n Nachtwächter tute...". Feuer- und Bewegungsmelder wie Sicherheitsdienste sind an der Nachtwächter Stellen getreten. Allein in der Umgangssprache hat sich der "Nachtwächter" erhalten als ein verschlafener Hinterwäldler.

Quelle: Rudolf Priemer, Grimma

 


 

 

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